Studienwechsel - worauf solltest du achten?


Studienwechsel - worauf solltest du achten?

In Deutschland bricht nahezu jeder dritte Student sein Studium ab. Diese hohe Quote für den Studienabbruch wird durch viele Faktoren bestimmt. Häufig liegt es daran, dass Studenten erst während der Ausbildung an der Universität feststellen, dass sie die falsche Fachrichtung gewählt haben. Denn trotz intensiver Studienberatung ist es schwer, bereits vor dem ersten Semester zu wissen, was tatsächlich an der Hochschule auf einen zukommt. Eine Alternative zum kompletten Studienabbruch ist der Studiengangwechsel. Aber ist dieser zu jeder Zeit möglich? Spielt es eine Rolle, ob man sich im Bachelor- oder in einem Masterstudium befindet? Worauf sollte man beim Wechsel besonders achten? Alle Antworten haben wir in der Übersicht.

Warum den Studiengang wechseln?

Da rund 30 Prozent aller Studenten die Hochschule ohne einen Abschluss verlassen, ist es wichtig, sich für ein Fach zu entscheiden, das ab dem ersten Semester begeistert. Ob das nun Jura, Biologie oder Wirtschaftsrecht ist, ist natürlich eine individuelle Entscheidung. Ein kompletter Abbruch des Studiums wird jedoch selten durch eine falsche Studienfachwahl angetrieben. Hier kommen häufig anderen Gründe zum Tragen:

  1.  Stipendium läuft aus
  2.  Keine Möglichkeit für ein Studiendarlehen
  3.  Ein Kind wird geboren
  4.  Gesundheitliche Probleme 

Ein Wechsel in einen anderen Studiengang ist oft dann eine Alternative, wenn noch immer das Ziel und die Möglichkeit bestehen, einen Abschluss an der Uni zu erhalten, aber die aktuellen Lehrinhalte nicht den eigenen Vorstellungen entsprechen. Im Idealfall wird diesem Problem vorgebeugt, indem man sich von Anfang an ausführlich über das Studienfach informiert hat. Viele Studenten fühlen sich vor allem im ersten Semester überfordert. Die neue Umgebung und das hohe Lehrpensum wirken für Studierende belastend. Kommen dann auch noch finanzielle Lasten hinzu wie die Studiengebühr oder eine Krankenversicherung, kann man schnell ans Aufgeben denken. Wichtig ist, nicht gleich aufzugeben und langfristig zu denken.


Wann ist ein Wechsel des Studiengangs sinnvoll?

Was auch immer die Gründe für die gewünschte Umorientierung sein mögen – der Studienwechsel sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Wird dieser in Angriff genommen, sollte das nächste Fachsemester bereits geplant sein. Möchte man zum Beispiel aus der Pädagogik in die Psychologie wechseln, ist der Platz im neuen Studienfach am besten bereits gesichert. Ansonsten kann es zu einer längeren Übergangszeit kommen, in der finanzielle Unterstützungen wie das BAföG wegfallen können. Kommt es zu einer Exmatrikulation, muss die Krankenkasse benachrichtigt werden, und es wird ein neuer Tarif erhoben. Um die Wartezeit zu überbrücken, muss Kontakt zu den relevanten Stellen bestehen, damit der Lebensunterhalt gesichert werden kann. Wird eine zeitweilige Beschäftigung aufgenommen, tritt das Finanzamt auf den Plan – es gilt also, eine Menge Dinge zu berücksichtigen. Ein tatsächlicher Wechsel sollte daher gut geplant sein.

Wer keine Motivation aufbringen kann und wenn der Abbruchgedanke allgegenwärtig ist, ist ein Wechsel ebenfalls der richtige Schritt. Selten lassen sich mit dieser Einstellung gute Leistungen erbringen. Ist es möglich, den Wechsel vorzunehmen, ohne Zeit zu verlieren, ist dies ein weiterer Vorteil. Abhängig vom aktuellen Studiengang und dem gewünschten neuen Fachbereich lassen sich Punkte für Seminare und Prüfungen übertragen. 


Was gibt es beim Wechsel des Studiengangs zu beachten?

Um sich erfolgreich in einen neuen Studiengang einschreiben zu können, müssen die relevanten Fristen eingehalten werden. Gibt es in der Regel Wartesemester? Wie verläuft die Bewerbung für den Studiengang? Bis wann muss der Antrag für den neuen Studiengang eingereicht werden? Sind die Formalitäten rechtzeitig geklärt, verliert man keine unnötige Zeit. 

Da es denkbar ist, lediglich das Nebenfach zu wechseln, gilt es, die Höchststudiendauer im Auge zu behalten. Kommt es zur Überschreitung der Höchststudiendauer, kann dies diverse Probleme mit sich bringen. Zum einen kostet es natürlich zusätzliches Geld. Zum anderen sehen lange Studienzeiten nicht gut im Lebenslauf aus, was sich negativ auf die berufliche Zukunft auswirken kann. Befindet man sich in einem Promotionsstudiengang, erschwert dies den Zugang zu einer Doktorandenstelle. 

Schon vor der Zulassung prüfen, ob eine Anrechnung bereits erworbener Scheine möglich ist. Im besten Fall dient diese Bescheinigung dazu, einige Fachsemester zu überspringen. Zieht man im Rahmen eines Studienwechsels von Köln nach Dresden oder nimmt einen anderen Standortwechsel vor, ist es wichtig, sich umgehend umzumelden. Geschieht dies nicht rechtzeitig, kann das Finanzamt automatisch von einem Zweitwohnsitz ausgehen und eine zusätzliche Steuerlast geltend machen.


Studienwechsel und BAföG – rechtzeitig informieren!

Immer mehr Studenten sind auf eine staatliche Unterstützung angewiesen. Steigende Lebenskosten in den Großstädten sind dafür nur ein Grund. Wer BAföG bezieht, verliert seinen Anspruch darauf, wird nach dem dritten Fachsemester ein Studiengangwechsel vorgenommen. Es wird keine Nachfrist dafür angeboten. Ist man davon betroffen, ist es wichtig, eine Alternative für die Finanzierung der Studienzeit zu finden:

  •  Studienkredit
  •  Förderung vom Studentenwerk 
  •  Dualstudium mit Anstellung

Kompliziert wird es, wenn man als Student zum Beispiel eine Unterhaltspflicht hat. Welche Regelung für Studienkredit und Co. gilt, richtet sich nach diversen Gegebenheiten. Auch hier gilt es, sich unbedingt rechtzeitig zu informieren, um eine Finanzierung des Studiums zu sichern.

Wie wirkt sich ein Wechsel des Studiengangs auf die berufliche Zukunft aus?

Die Anforderungen der modernen Arbeitswelt sind umfassend. Dabei spielt es keine Rolle, ob man sich im Bereich der Zahnmedizin befindet oder im Lehramt tätig ist – ein guter Lebenslauf ist die Grundlage für den beruflichen Erfolg. Zeigen die Unterlagen zum Beispiel eine Lücke im Lebenslauf, ist das für viele problematisch. Auch wenn es eine gute Erklärung dafür gibt, sinkt die Chance, überhaupt die erste Hürde in Bewerbungsrunden zu überwinden. 

Zeigt die Bewerbung einen Studiengangwechsel, der nicht zu einer verlängerten Studienzeit geführt hat oder ohne Überbrückung stattfinden konnte, ist dies häufig unproblematisch. Viele sehen es sogar als Vorteil, dass eine Fehlentscheidung rechtzeitig erkannt und korrigiert wurde.


Fazit – Studiengangwechsel gut planen

Welcher Umstand auch dazu führt, dass ein Wechsel des Studiengangs gewünscht ist – wichtig ist die richtige Umsetzung des Wechsels. Vom zeitlichen Ausfüllen aller Formulare bis hin zur eingehenden Beratung durch den neuen wie alten Lehrstuhl: Mit der richtigen Planung kann der Wechsel ohne Probleme vonstattengehen. So ist es möglich, den individuellen Ausbildungsweg in allen Bereichen zu optimieren, um die beste Grundlage für ein erfolgreiches Berufsleben zu legen.