Methodisches Vorgehen im Überblick


Methodisches Vorgehen im Überblick

Per Definition ist methodisches Arbeiten die planvolle, nachvollziehbare und kontrollierbare Gestaltung von Prozessen. Dazu gehören, die Reflexion zu Beginn und die Überprüfung zum Ende der Untersuchung. Festzustellen ist außerdem ob die angewandten Methoden den formulierten Zielen und allen weiteren Faktoren überhaupt gerecht werden können.

Was Studienanfänger berücksichtigen sollten

Für Studienanfänger ist es eine der ersten großen Herausforderungen, das methodische Vorgehen zu erlernen. Sie müssen verinnerlichen:

  • Wo ist das Ziel der Aufgabe
  • Was ist der Inhalt
  • Was ist die Grundorientierung
  • Wie gestaltet sich die „Ist“-Situation
  • Welche Personen sind beteiligt

Natürlich ist auch festzustellen, welche Methoden wie angewandt werden sollen. Zum methodischen Arbeiten gehört, die einmal gewählte Methode beizubehalten. Erste Übungen dazu erlernen schon Schüler. In der Schule sind Lehrer bemüht, den Lernprozess von Anfang an in die methodisch strukturierte Bahn zu lenken. Im digitalen Zeitalter ist das deutlich einfacher geworden. Auch junge Schüler sind durch die technischen Möglichkeiten oftmals leichter für strukturiertes Arbeiten zu erreichen, wie Beobachtungen zeigen. So gelingt es nebenbei, sie auf den Alltag vorzubereiten.

Methoden erlernen und sicher anwenden

Ohne Sekundärliteratur und Leitfaden ist das Erlernen von Methoden nicht möglich. Im späteren Berufsleben spielt die Literatur auch weiterhin eine große Rolle. Die Methode muss zum Thema passen . Geht es bei der Masterarbeit um die Bedeutung des Rollenbilds, muss der Studierende das schon bei der Auswahl der Methoden berücksichtigen. Soll eine Umfrage ausgewertet werden oder ist eine Konzeption zu erstellen, erfordert das ein anderes Vorgehen. Deshalb ist methodisches Vorgehen so wichtig, und zwar bei jeder Untersuchung. Das Erlernen von methodischem Vorgehen erfordert:

  • Aktive Mitarbeit
  • Großes Interesse
  • Bereitschaft, die Perspektive zu wechseln
  • Fähigkeit, eigene Ideen zu entwickeln
  • Fähigkeit, Erwartungen zu formulieren
  • Fähigkeit, Literatur auszuwerten
  • Fähigkeit, Erkenntnisse zu formulieren

Die Voraussetzungen für methodisches Arbeiten machen schon den Lernprozess zu einem spannenden Schwerpunkt im Studium. Die oben stehende Auflistung zeigt, wie wichtig die Fähigkeiten aus methodischem Arbeiten auch für den Alltag sind. Das Erlernte ist damit in jedem Fall eine Bereicherung. Es öffnet den Blick für das Ganze und schult die Fähigkeit, sich auch über schwierige Zusammenhänge einen Überblick zu verschaffen, aber auch, die einzelnen Schwerpunkte zu erkennen, von weniger wichtigen Faktoren abzugrenzen und Schlüsse daraus zu ziehen.

Fehler beim methodischen Arbeiten vermeiden

Jeder Studierende hofft auf geniale Erkenntnisse. Gelingt ihm das und schafft er es dann auch noch, diese Erkenntnisse klar zu formulieren, ist der Grundstein für eine wissenschaftliche Karriere gelegt. Allerdings sollten sich Absolventen nicht von dem Erfolgsgedanken leiten lassen, sondern akribisch auf Details achten. Nichts ist gefährlicher im Studium, als auf der Zielgeraden in Nachlässigkeiten zu verfallen. Konkret auf die Fragestellungen einzugehen und auf exaktes Einhalten der Methodik zu achten, ist nun besonders wichtig. Dass auch erfolgreiche Studierende Gefahr laufen, betriebsblind zu werden, ist kein Geheimnis. Hier hilft der ebenfalls erlernte Perspektivwechsel auf die gesamte Studie. Wer fürchtet, sich verzettelt zu haben, profitiert nun besonders von Gruppenarbeit. Es empfiehlt sich, die eigene Position und die erarbeiteten Erkenntnisse den Gesprächspartnern zu überlassen und selbst die kritische Gegenposition zu vertreten. Das führt in den meisten Fällen dazu, dass sich der Blick wieder schärft.

Methodik bei der Auswahl der Literatur

Die Auswahl der Literatur ist für die wissenschaftliche Untersuchung natürlich von großer Bedeutung. Studierende sollten aber ihre Literatur von Anfang an unterteilen, und zwar in die Texte, mit denen sie ihre Behauptung aufstellen können und zwischen denen, die Thesen wiederum verteidigen könnten. Natürlich schafft es kein Student, die wesentliche Literatur vollständig zu lesen. Hier hilft es, die Einleitung zu lesen, das Inhaltsverzeichnis und das Ende. Anhand des Inhaltsverzeichnisses lässt sich leicht überprüfen, welche Stellen im Buch von besonderer Bedeutung sind. Hat der Verfasser methodisch gearbeitet, und nur dann ist sein Werk überhaupt zitierfähig und reißt der Rote Faden nicht ab, findet der Studierende mit dieser Vorgehensweise die relevanten Textstellen. Natürlich müssen die Textstellen ordentlich zitiert und mit Quellenangabe in die Masterarbeit einfließen.

Fehler beim Zusammenstellen der Literatur

Wer beim Umgang mit der Literatur nicht methodisch vorgeht, wird den Fehler frühestens im Hauptteil der Studie, spätestens aber beim Formulieren des Schlusssatzes feststellen. Das Problem ist, der Fehler ist nun kaum noch zu korrigieren. Deshalb sollten sich Studierende von Anfang an genau überlegen, wie sie zitieren und wie sie die Quellen sichern. Eine kluge methodische Vorgehensweise beim Sichern der Quellen ist anstrengend, aber sie ist ein sehr wichtiger Lernprozess, die viel lehrt und von der der Absolvent ein Leben lang profitiert.

Wie Methodik auch beim Aufbau der wissenschaftlichen Arbeit hilft

Die Gliederung ist der Leitfaden für sauberes methodisches Schreiben. Die Gliederung zwingt den Text in eine Struktur und verhindert so, dass der Verfasser sich in seinen Ideen verliert. Deshalb braucht die Gliederung größtmögliche Sorgfalt. Dennoch kann es passieren, dass sie im Verlauf des Arbeitens angepasst werden muss. Ist die Arbeit fertiggestellt, empfiehlt es sich, sie noch einmal in Abschnitte zu unterteilen und auf ihre Abgeschlossenheit zu überprüfen. Passen die Textabschnitte zur Gliederung? Findet ein Leser, der nur nach bestimmten Informationen sucht, gemäß Gliederung die Antworten, die er sucht? Lässt sich das bejahen, ist die Arbeit formal und inhaltlich methodisch korrekt aufgebaut.