Literaturrecherche: eine Übersicht zum Thema (wissenschaftliche) Quellen finden


Literaturrecherche: eine Übersicht zum Thema (wissenschaftliche) Quellen finden

Wer eine akademische Arbeit schreiben möchte, kommt nicht um die systematische Literaturrecherche und die Auswertung der (Fach-) Literatur herum. Nur mit den richtigen Quellen lässt sich ein Text ordentlich strukturieren und verfassen; mit der gelesenen Literatur baut man auf bekannten Erkenntnissen auf und sichert die eigenen Ergebnisse argumentativ ab. Doch wie findet man die richtige Literatur für die eigene Bachelorarbeit oder eine andere Abschlussarbeit, sprich: wie geht man die ausführliche Literaturrecherche am besten an? Der vorliegende Artikel liefert die Antwort!

Professionelle Hilfe

Am Anfang steht die Forschungsfrage

Ehe sich der oder die Studierende mit der Literaturrecherche befassen kann, muss im ersten Schritt die Forschungsfrage für die eigene Hausarbeit, Doktorarbeit o.Ä. festgelegt werden. Nur so weiß der bzw. die Schreibende, wonach er/sie genau suchen muss und kann auf die passenden Bücher zurückgreifen, um sein Thema ausführlich zu behandeln. Praxistipp : Gute Texte sind die Basis für eine erfolgreiche Abschlussarbeit. Deswegen sollte man für die Literaturrecherche genug Zeit einplanen und zwar etwa vier bis sechs Wochen.

Die Suche nach geeigneten Büchern und Co.

Selbstverständlich können nicht nur Bücher als Quellen bzw. Material für das eigene Werk Verwendung finden. Neben der “klassischen“ Literatur stehen dem Forschenden u.a. die folgenden Medien zur Verfügung:

  • Journals/Fachzeitschriften
  • Magazine/Zeitschriften
  • Zeitungen
  • Monographien
  • Filme
  • Fernsehsendungen
  • Berichte
  • Statistiken
  • Vorlesungsfolien.
  • Hinweis : Die Beiträge in Fachzeitschriften bzw. Journals werden für gewöhnlich von Wissenschaftlern verfasst. Somit eignen sich diese Quellen besonders gut für das Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit.

Literaturrecherche – eine Liste der möglichen Zugangswege

Genau wie es unterschiedliche Quellen für die Beantwortung der eigenen Forschungsfrage gibt, lassen sich diese an verschiedenen Orten ausfindig machen:

Des Weiteren kann man den Betreuer der Abschlussarbeit um Rat fragen, wenn man bei der Literaturrecherche nicht weiterkommt.

Allgemeine Tipps zum Thema

  1. Hat man gute Primärliteratur oder Sekundärliteratur gefunden, sollte man nachschauen, ob der Autor/die Autorin weitere Werke zu dem Thema verfasst hat.
  2. Indem man das Literaturverzeichnis von guten Quellen studiert, stößt man auf weitere Inhalte, die für die eigene Arbeit sinnvoll sein können.
  3. Der Umfang an deutschsprachiger wissenschaftlicher Literatur ist allgemein stark begrenzt. Deshalb sollte man auch immer nach Fachliteratur auf Englisch suchen. Hierzu werden die relevanten Keywords und Synonyme einfach übersetzt und in die Suche eingegeben.

Wie Studenten nützliche von unnützer Literatur unterscheiden können

Ehe erläutert wird, wie man bei der systematischen Literaturrecherche im Einzelnen vorgeht, beschreibt dieser Abschnitt, woran der/die Studierende glaubwürdige respektive zitierfähige Literatur erkennt. Schließlich ist längst nicht jede Quelle, die man findet, für die eigene Untersuchung geeignet – häufig stößt man auf Bücher etc., denen es an Seriosität mangelt.

  • Autor/in : Handelt es sich bei dem Verfasser eines Textes um einen anerkannten Experten? Welchen akademischen Werdegang hat der Autor und welche Publikationen hat er noch veröffentlicht?
  • Datum : Vor allem bei Forschungsfragen, die sich mit schnell verändernden Themen (z.B. die sozialen Medien) befassen, muss auf die Aktualität der Literatur geachtet werden.
  • Auftraggeber : Insbesondere bei Studien sollte berücksichtigt werden, wer diese in Auftrag gegeben hat. Während der Name einer Institution als wichtiges Kriterium für die Glaubwürdigkeit gilt, sind im Auftrag von Firmen durchgeführte Studien häufig subjektiv beeinflusst.
  • Methodik : Auch die Vorgehensweise im Rahmen von Studien hat Einfluss auf deren Qualität. Die Methodik der Autoren ist zu hinterfragen, um die Forschungs-Gütekriterien Validität und Reliabilität zu sichern.

Die Suche nach Informationsquellen – ein Leitfaden

Bei der Literaturrecherche besteht stets die Gefahr, dass man zu viele Bücher, Exposés etc. sammelt. Schließlich kennt die Auswahl an Dokumenten heutzutage kaum Grenzen! Allerdings kann zu viel Input den Schreibenden verunsichern und erschwert es, die wirklich wichtigen Punkte aus der Literatur herauszuarbeiten. Um bei der Suche nicht den Überblick zu verlieren, sollte man von Anfang an systematisch vorgehen…

Nach den passenden Schlagwörtern suchen

Welche (einzelnen) Wörter und Begriffe beschreiben den wesentlichen Inhalt der eigenen Forschung? Lautet die eigene Forschungsfrage beispielsweise Welche Folgen hatte der Zweite Weltkrieg für die europäische Wirtschaft?, sind sinnvolle Keywords u.a.: Zweiter Weltkrieg, Folgen, europäische Wirtschaft.

Skimming and Scanning der Quellen

Gibt man Schlagworte in eine Datenbank oder ein Uni-Bibliothekssystem ein, erhält man voraussichtlich Hunderte von Ergebnissen. Die einzelnen Texte müssen und können natürlich nicht alle gelesen werden. Der Zeitaufwand hierfür wäre viel zu groß! Deshalb liest man sich bei infrage kommender Literatur den Abstract sowie die Einleitung und das Fazit durch. Nur wenn diese Recherche ergibt, dass ein Text zum eigenen Forschungsinteresse passt, wird die jeweilige Quelle genauer unter die Lupe genommen.

Die Dokumentation der Recherche

Die eigene Recherche nach Literatur sollte unbedingt schriftlich festgehalten werden: Hat man eine relevante Quelle ausfindig gemacht, gilt es, diese in der richtigen Zitierweise aufzuschreiben und sich Notizen zu den wichtigsten Informationen, die der Text bietet, zu machen. Der Vorteil ist, dass man auf diese Weise nicht den Überblick über die verschiedenen und zum Teil gleich oder ähnlich klingenden Titel verliert. Alternativ zu den handschriftlichen Notizen oder zu den Vermerken in Microsoft Word kann man zu diesem Zweck entsprechende Online-Tools heranziehen:

  • Citavi ermöglicht den direkten Zugriff auf Datenbanken sowie das Speichern von Quellenangaben und das Markieren von wichtigen Passagen.
  • Zotero ist ein Plug-in für den Internetbrowser. Online-Quellen können unmittelbar in das Programm eingebunden, Notizen erstellt und Gruppen mit Kommilitonen gegründet werden.

Die Literaturrecherche als Grundgerüst für die eigene Arbeit

Hat der oder die Studierende ausreichend Fachliteratur gesammelt, geht es an die Strukturierung des eigenen theoretischen Rahmens. Unter Zuhilfenahme der Quellen können erste Ideen für die einzelnen Kapitel gesammelt und eine vorläufige Gliederung erstellt werden. Zu beachten ist, dass im Verlauf der eigenen Arbeit weitere Informationen benötigt werden, sodass man zwischendurch sicher noch einige Male Literaturrecherche betreiben muss. Hält man sich dabei an die Hinweise aus diesem Artikel, kann aber gar nichts schiefgehen!