Bachelorarbeit: Finde das richtige Thema

Die Bachelorarbeit ist Deine letzte große Hürde vor dem Bachelorabschluss. Bis zu 60 Seiten gilt es, die nächsten Wochen mit Text zu füllen. Du wirst Berge von Büchern in Deine Wohnung schleppen, Tage in der Bibliothek und Nächte vor dem Computer verbringen. Schließlich fließt die Note für Deine Bachelorarbeit mit bis zu 20 Prozent in Deine Gesamtnote ein. Da ist maximales Engagement gefragt! Kein Wunder, dass sich die meisten Studenten schwer tun, ein passendes Thema für ihre Bachelorarbeit zu finden.

Thema

Ein Thema festzulegen, bedeutet ja, eine unumkehrbare Entscheidung zu treffen, die Deine nächsten Monate und den Erfolg Deines Studiums maßgeblich beeinflussen wird. Leider kann man bei der Themenfindung für seine Abschlussarbeit wirklich einiges falsch machen. Mit folgenden Tipps findest Du ein geeignetes Thema für Deine Bachelorarbeit.

Vorgaben: Diese Kriterien haben Einfluss auf Dein Thema

Bevor Du Dich auf Ideensuche begibst, solltest Du Dir erst noch einmal die formalen Anforderungen an Deine Bachelorarbeit bewusstmachen. In Deutschland gelten für die Bachelorarbeit folgende Kriterien:

  1. Du sollst ein abgegrenztes Thema in einem vorgegebenen Zeitraum abschließend bearbeiten.
  2. Du sollst das Thema eigenständig bearbeiten.
  3. Du sollst zur Bearbeitung des Themas geeignete wissenschaftliche Methoden nutzen.
  4. Du sollst das Thema abschließend in einer geeigneten wissenschaftlichen Form schriftlich ausarbeiten.

Diese Anforderungen fließen direkt in die Bewertung Deiner Bachelorarbeit ein. Dafür hast Du je nach Universität zwei bis vier Monate Zeit und kannst 20 bis 60 Seiten füllen.

Was hat das jetzt mit dem Thema zu tun? Sehr viel. Die oben genannten vier Hauptanforderungen für eine Bachelorarbeit schließen nämlich bereits einige Themen aus:

  1. Themen, die zu umfangreich sind.
  2. Themen, die Du nicht ohne fremde Hilfe bearbeiten kannst.
  3. Themen, die mit wissenschaftlichen Methoden nicht fassbar sind.
  4. Themen, die sich nicht verschriftlichen lassen.

Machst Du Dich jetzt also auf Ideensuche, frage Dich bei jedem potenziellen Thema, ob es den vier Hauptanforderungen an eine Bachelorarbeit gerecht werden kann.

Kreativitätstechniken: So werden aus Ideen Themen

Jetzt darfst Du kreativ werden. Überlege Dir zuerst, welche Seminare und Vorlesungen Du in den letzten Jahren besucht hast und welche Themen Du besonders interessant fandest. Vielleicht hilft Dir ein Blick auf die Studieninhalte Deines Studiengangs der letzten Semester, um Dir nochmal all Deine Lehrveranstaltungen in Erinnerung zu rufen. Hast Du vielleicht sogar schon einmal eine Hausarbeit geschrieben oder ein Referat zu einem bestimmten Thema gehalten? Überlege Dir, in welche Themen Du Dich in der Vergangenheit bereits intensiver einarbeiten musstest. Eventuell kannst Du diese Themen wieder aufgreifen oder daraus ein Thema für Deine Abschlussarbeit generieren?

Hast Du Dir ein paar interessante Fachbereiche auf einem Zettel notiert, kannst Du jetzt eine von den folgenden Kreativitätstechniken nutzen, um Deine Idee weiter auszuarbeiten:

  • Brainstorming: Nimm Dir einen Begriff auf Deinem Zettel, zum Beispiel „Wirtschaftsinformatik“, und notiere Dir alles, was Dir dazu einfällt. Bloß nicht zu lange nachdenken, alles ist erlaubt, egal ob Nomen, Adjektive oder Verben. Du kannst auch Deine Familie oder Freunde und Bekannte darum bitten, dass sie mit Dir brainstormen. Dafür ist erst einmal kein besonderes Fachwissen nötig. Zu dem Begriff „Wirtschaftsinformatik“ könnten Dir zum Beispiel folgende Begriffe einfallen: Entwicklung, Netzwerk, Microsoft, programmieren, Schnittstelle, interdisziplinär, Daten, Prozess, SAP etc.
  • Mind-Mapping: Das sogenannte Mind-Mapping ist ein strukturiertes Vorgehen. Damit zerlegst Du Deinen Oberbegriff in einzelne Unterbegriffe. Du gliederst zum Beispiel den Begriff „Wirtschaftsinformatik“ in einem ersten Schritt in „Wirtschaft“ und „Informatik“. Dann kannst Du zum Beispiel weitere Äste hinzufügen, in dem Du „Wirtschaft“ in „Marketing“, „Rechnungswesen“ und „Personal“ unterteilst oder Du könntest „Wirtschaft“ auch in „Praxis“ und „Theorie“ oder in „Mikroökonomie“ und „Makroökonomie“ untergliedern und dann weitere Unterkategorien spinnen. Hier gibt es viele Möglichkeiten.

 

Was Dir diese Methoden bringen? Ein Thema für eine Bachelorarbeit muss immer einen klar begrenzten Umfang haben. Du kannst also keine Bachelorarbeit über „Wirtschaftsinformatik“ schreiben, aber zum Beispiel über den Einsatz von SAP-Lösungen an der Schnittstelle zwischen Kunden- und Personalmanagement-Systemen.

Geh Klinken putzen: Kein Thema ohne Betreuer

In jedem Fall steht und fällt Dein Thema mit der Wahl des Betreuers. Findest Du keinen Betreuer für Dein bevorzugtes Fachgebiet oder Dein konkretes Thema, musst Du Dein Thema nochmal ändern oder Deine Bachelorarbeit zu einem Thema schreiben, für das es noch einen Betreuer gibt. Jeder Professor betreut nur eine begrenzte Anzahl an Bachelorarbeiten. Du solltest also nicht zu lange warten, um den Betreuer Deiner Wahl anzusprechen.

Am besten ist es natürlich, wenn Du auf einen Professor zugehst, bei dem Du bereits mehrere Vorlesungen oder Seminare besucht hast. Kennst Du den Professor noch nicht, der auf Dein Thema oder Fachgebiet spezialisiert ist, musst Du mit Deinem Thema punkten! Du solltest also nicht mit leeren Händen in die Sprechstunde kommen und dem Betreuer Deiner Wahl stolz verkünden, dass Du beschlossen hast, Deine Bachelorarbeit bei ihm zu schreiben. Hier solltest Du schon mit einem konkreten Vorschlag Deines Themas und einer Gliederung ankommen. Das Thema muss auf jeden Fall zum Forschungsgebiet des Professors passen. Informiere Dich also im Vorfeld genau über die Forschungsschwerpunkte Deines Wunsch-Betreuers.

Literaturcheck: Auf die richtige Menge kommt es an!

Das Durchforsten von geeigneter Literatur ist vielleicht der wichtigste Punkt bei der Themenfindung für Deine Bachelorarbeit. Nehmen wir wieder das Beispiel „Wirtschaftsinformatik“. Gibst Du den Begriff „Wirtschaftsinformatik“ in einer Literaturdatenbank ein, wirst Du vermutlich eine vierstellige Treffermenge haben. Jetzt denkst Du Dir vielleicht: „Super. Da hab ich ja ganz viel, was ich schreiben kann!“ Das stimmt. Aber Du hast auch ganz viel, was Du lesen musst – in den nächsten vier Wochen. Viele Studenten begehen den Fehler und suchen sich ein Thema, zu dem es möglichst viel Literatur gibt, in der Hoffnung, dann möglichst wenige eigene Erkenntnisse zu Papier bringen zu müssen. Dabei macht aber leider genau das eine gute Bachelorarbeit aus: Den vorhandenen Forschungsstand anhand des wissenschaftlichen Diskurses wiederzugeben und daraus eigene Erkenntnisse zu gewinnen.

Das Gegenteil ist allerdings genauso ungünstig: Tauchen in der Literaturdatenbank nur fünf Treffer zu Deinem Thema auf, ist es nicht besser. Du kannst schließlich mit Deiner Bachelorarbeit keine Forschungslücke schließen.

Hier gibt es also eine klare Empfehlung: Suche Dir ein Thema, zu dem es genug Quellen gibt (Bücher und Zeitschriftenartikel), aber auch nicht zu viel.

Bachelorarbeit im Unternehmen

Statt einem rein theoretischen Thema, kannst Du auch ein praktisches Thema in einem Unternehmen ausarbeiten. Der Vorteil liegt auf der Hand: Du sammelst schon frühzeitig Praxiserfahrung und hast gute Chancen, im Anschluss eine Stelle in dem Unternehmen zu bekommen.

Möchtest Du Deine Bachelorarbeit in einem Unternehmen schreiben, hast Du meistens zwei Möglichkeiten:

  1. Ein Unternehmen hat eine Stelle ausgeschrieben für eine Bachelorarbeit zu einem konkreten Thema und Du bewirbst Dich darauf.
  2. Du hast Dir bereits ein Thema überlegt und bewirbst Dich bei Unternehmen für ein Praktikum mit anschließender Bachelorarbeit.

Für beide Varianten musst Du natürlich deutlich mehr Zeit einplanen als für eine rein theoretische Bachelorarbeit. Meist bekommst Du in dem Unternehmen ein konkretes Projekt, über das Du dann Deine Bachelorarbeit schreibst. Du musst also die Inhalte Deiner Arbeit zum Teil erst einmal selbst erarbeiten oder hol Dir Hilfe hier.

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