Stressfaktor Bachelorarbeit: Zeitplan

Ein guter Zeitplan ist ein Erfolgsgarant für viele Vorhaben – besonders für unbeliebte. Dinge, auf die man keine Lust hat, schiebt man gerne vor sich her. Auch die Bachelorarbeit dürfte wohl zu den weniger beliebten Vorhaben im Leben gehören, unabhängig von Deiner Themenwahl. Die Abgabe rückt immer näher, aber Du bist noch immer bei der Literaturrecherche? Du musst in drei Tagen abgeben und bist noch beim Hauptteil? Da lässt sich jetzt kaum noch etwas retten.

Zeitplan

Stehst Du noch am Anfang Deiner Bachelorarbeit, haben wir einen entscheidenden Tipp: Lege einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung Deiner Bachelorarbeit fest und halte Dich strikt an die darin enthaltenen Termine und Fristen. Nur wer die Termine kennt, kann sie auch einhalten. Und nur wer einen Zeitplan hat, weiß, wo er steht. Erstelle für Deine Bachelorarbeit einen realistischen Zeitplan.

Zeitplan: Wenn die Uhr anfängt zu ticken

In den letzten Wochen hast Du ein Thema für Deine Bachelorarbeit bestimmt und Dir einen Betreuer gesucht. Jetzt musst Du Dir nur noch einen Ruck geben und Dein Thema beim Prüfungsamt anmelden. Viele zögern diesen Zeitpunkt hinaus, denn die Anmeldung der Bachelorarbeit bedeutet nichts anderes, als dass die Uhr ab dann kontinuierlich tickt. In den kommenden Wochen wird sie von Tag zu Tag lauter ticken.
Es ist also sinnvoll, die Bachelorarbeit erst dann anzumelden, wenn Du Dir einen Zeitplan erstellt hast und sicher sein kannst, dass Du den Abgabetermin einhalten kannst.

Wirf nochmal einen Blick auf die formalen Vorgaben Deiner Bachelorarbeit:

  • Wie lange hast Du Zeit?
  • Welche Seitenzahl ist gefordert?
  • Ist Dein Thema klar abgegrenzt? Ist es ein Thema, das Dich interessiert?
  • Hast Du einen praktischen Teil zu absolvieren, zum Beispiel eine kleine Studie, empirische Untersuchung oder Datenerhebung?
  • Wie groß ist der Umfang an Literatur?
  • Wie viele Ausfertigungen Deiner Bachelorarbeit musst Du einreichen?

Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen ist wichtig, um einen groben Zeitrahmen abstecken zu können.
In einem zweiten Schritt solltest Du Dir notieren, ob innerhalb der Bearbeitungszeit private Termine anstehen, die Dich vom Arbeiten abhalten. Hast Du zum Beispiel Urlaub geplant, hast Du noch einen Nebenjob oder hast Du andere regelmäßige Verpflichtungen? Auf keinen Fall solltest Du alles streichen, was Dir Spaß macht und Dich für drei Monate in Deinem Zimmer einsperren. Regelmäßige Pausen sind wichtig – für Dein Wohlbefinden und Deine Motivation. Planst Du Deine Auszeiten jetzt realistisch ein, kommst Du auch nicht in Bedrängnis.

5 Phasen Deines Arbeitsplans

Fertigst Du jetzt einen konkreten Zeitplan an, solltest Du ihn in fünf Phasen untergliedern: Vorbereitung, Literaturrecherche und -beschaffung, Schreiben und Abgabe. Im Folgenden erfährst Du, wie viel Zeit Du für jeden dieser Meilensteine einplanen solltest. Natürlich ist dies nur eine Empfehlung und muss individuell angepasst werden. Die einen haben Probleme damit, viel Literatur an einem Tag zu lesen und zu verarbeiten, die anderen haben Schwierigkeiten beim Formulieren. Berücksichtige bei der Planung auch Deine persönlichen Stärken und Schwächen.

Phase 1: Konkretisiere Dein Thema

Die Vorbereitungsphase ist in erster Linie noch eine Konkretisierungsphase. Sie nimmt ca. zehn Prozent Deiner gesamten Bearbeitungszeit in Anspruch. Du recherchierst bereits nach Literatur und sichtest erste Quellen, um Dein Thema noch weiter einzugrenzen. In Abstimmungsterminen besprichst Du Deine Ideen und Fragestellungen mit Deinem Betreuer. Er wird Dir mit sachlicher Kritik dabei helfen, eine grobe Konzeption für Deine Bachelorarbeit zu entwickeln.

Phase 2: Hole Dir reichlich Input

Diese Phase wird häufig unterschätzt. Viele geraten in Panik, weil sie das Gefühl haben, schon längst mit dem Schreiben beginnen zu müssen, statt noch immer in der Bibliothek zu sitzen und Literatur zu sammeln. Diese Angst ist unberechtigt. Je nach Fachbereich kann die Literaturrecherche, -beschaffung und -auswertung bis zu 20 Prozent der Gesamtzeit in Anspruch nehmen. Studierst Du ein geisteswissenschaftliches Fach, ist dieser Teil besonders zeitraubend. In naturwissenschaftlichen Fächern nimmt die Materialbeschaffung weniger Zeit in Anspruch.
Hast Du eine umfassende Literaturrecherche vorgenommen und interessante Bücher und Artikel gekauft, kopiert oder ausgeliehen, geht es an die Auswertung der Quellen.

Phase 3: Schaffe Ordnung im Chaos

Jetzt gilt es, die Berge von Büchern und handschriftlichen Notizen zu strukturieren. Das ist nicht ganz einfach und nimmt deshalb auch weitere 20 Prozent Deiner Gesamtarbeitszeit ein. Hier schaffst Du jetzt die Basis für Deine schriftliche Ausarbeitung. Daher gilt: Je konkreter Du hier wirst, desto leichter hast Du es später beim Schreiben. Ordne und strukturiere zu Beginn das relevante Material, das Du für Deine Bachelorarbeit verwenden willst. Lege dann eine finale Gliederung für Deine Arbeit fest. Die Gliederung sollte den geplanten Aufbau mit allen Überschriften und Unterkapiteln enthalten. Oft macht es Sinn, zu jedem Kapitel auch schon ein paar Punkte zu dem geplanten Inhalt hinzuzufügen oder eine kurze Einleitung mit Überblick zu verfassen.

Phase 4: Ran an die Tasten

Für viele kommt jetzt der schwierigste Teil: die Ausarbeitung. Hast Du gut vorgearbeitet, ist es aber halb so schwierig, Deine Erkenntnisse jetzt noch auf Papier zu bringen. Dieser Teil der Bachelorarbeit wird häufig überbewertet. Dabei ist er mit rund 30 Prozent auch nicht wesentlich umfangreicher als die Phasen innerhalb der Vorbereitung. Viele Studenten empfinden die Schreibarbeit aber als mühsam oder leiden gar an einer Schreibblockade.
Mache nicht den Fehler und sitze stundenlang vor einem leeren Blatt Papier, weil Dir gerade einfach keine grandiose These einfällt. Oft ist es am besten, einfach erst mal eine Rohfassung mit den wichtigsten Aspekten auf Papier zu bringen. Formuliere Deine Gedanken ungeachtet davon, ob Wortwahl und Satzbildung literarisch wertvoll sind. Es ist viel einfacher, einen vorhandenen Text zu überarbeiten, als einen Text neu zu schreiben. Achte aber von Anfang an auf Quellenangaben und die richtige Zitierweise. Du läufst sonst Gefahr, dass Du Dich später nicht mehr erinnerst, aus welchem Buch das eine oder andere Zitat stammt.

Phase 5: Endspurt zum großen Finale

Jetzt verbleiben Dir nur noch 20 Prozent Deiner gesamten Bearbeitungszeit. Das macht nichts, denn Du hast den größten und anspruchsvollsten Teil hinter Dir und kannst jetzt erst mal durchatmen. Auch wenn Du in diesem Teil des Zeitplans nicht mehr so gefordert bist, darfst Du dennoch nicht das Tempo drosseln. Jetzt steht die Korrektur Deiner Arbeit an. Einen Korrekturleser unter Druck zu setzen, in dem man ihn drei Tage vor Abgabetermin mit seiner Bachelorarbeit konfrontiert, ist nicht zielführend. Schließlich soll er ja möglichst jeden Fehler in Deiner Arbeit finden und korrigieren. Dafür sind mehrere Korrekturläufe notwendig – am besten sogar bei einer weiteren Person.

Hast Du die Arbeit korrigiert zurückerhalten, geht es zum Copyshop Deiner Wahl. Jetzt solltest Du nochmal genau die Vorgaben Deiner Hochschule durchlesen. Wie viele Ausfertigungen Deiner Bachelorarbeit musst Du beim Prüfungsamt abgeben? Hast Du an den Anhang zum Copyright gedacht? Meistens drucken und binden Copyshops Abschlussarbeiten innerhalb von ein bis zwei Tagen.
Zuletzt das große Finale: Am Abgabetag überreichst Du pünktlich Deine Bachelorarbeit dem Prüfungsamt. Gratulation! Du hast die letzte große Hürde in Deinem Studium gemeistert!

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