Schreibe eine gelungene Zusammenfassung

Eine Zusammenfassung von Inhalten findet sich in verschiedenen Formen von Text, zum Beispiel in Klappentexten von Büchern, Nacherzählungen, Rezensionen in Zeitungen und Zeitschriften oder Auszügen von wissenschaftlichen Arbeiten. Auch Reden von Politikern oder anderen öffentlichen Personen werden in den Medien zusammengefasst. Eine Zusammenfassung von Texten oder Filmen bezeichnet man auch als Inhaltsangabe. Sie bringt die wichtigsten Informationen und Kernaussagen eines Werkes in eine kompakte Form. Damit macht sie ein Werk auch für diejenigen zugänglich, die keine Zeit haben, das ganze Buch zu lesen oder den ganzen Film zu sehen.
Zusammenfassung

Es ist nicht einfach, eine gute Zusammenfassung zu schreiben. Allein schon deshalb, weil jeder etwas anderes an einem Werk besonders interessant oder wichtig findet. Objektivität ist aber ein wichtiges Merkmal einer gelungenen Zusammenfassung. Lese hier weiter, worauf es bei einer Zusammenfassung sonst noch ankommt und wann man Zusammenfassungen sinnvoll einsetzen kann.

Das macht eine gute Zusammenfassung aus

Das erste Kriterium wurde bereits angesprochen: In einer Zusammenfassung hat die subjektive Meinung des Autors keinen Platz. Darin unterscheidet sie sich von einem Resümee oder einem Fazit, in denen Interpretationen und Bewertungen erlaubt sind. Eine Zusammenfassung bewertet nicht, sie gibt den Inhalt nur wieder. Eine Zusammenfassung unterscheidet sich auch von einer Nacherzählung. Sie hat nicht den Zweck, Emotionen beim Leser hervorzurufen. Entsprechend sachlich sind Satzbau und Wortwahl. Statt ausschweifenden Beschreibungen finden sich hier kurze Sätze mit klarem Aufbau und präzisen Formulierungen. Bei einer Zusammenfassung wird als Zeitform grundsätzlich das Präsens gewählt. Der Inhalt wird in chronologischer Reihenfolge wiedergegeben.

Zusammenfassungen für die Prüfungsvorbereitung

Zusammenfassen macht immer dort Sinn, wo viel Text auf wenig Zeit trifft. Was wäre da also besser geeignet als die Prüfungsvorbereitung? Du musst ein hundertseitiges Vorlesungsskript und den Inhalt von zwei Büchern in zwei Wochen auswendig lernen? Dann brauchst Du jetzt ein gutes Konzept. Denn Zusammenfassen birgt immer auch das Risiko, etwas Wichtiges auszulassen. Mit diesen Tipps holst Du das Wichtigste aus Deinem Lernmaterial raus:

  • Verschaffe Dir einen Überblick: Du musst erst Deinen gesamten Lernstoff in geordneter Reihenfolge vor Dir liegen haben, damit Du mit einer Zusammenfassung starten kannst. Aus einem Chaos lässt sich schlecht Chronologie erzeugen. Musst Du später immer wieder Inhalte hinzufügen und einflicken, verliert Deine Zusammenfassung an Übersichtlichkeit.
  • Setze Schwerpunkte: Überlege Dir jetzt, welche Kapitel und Inhalte für die Prüfung besonders wichtig sind. Vielleicht hat Dein Professor den Stoff eingegrenzt, vielleicht hast Du auch ein paar Altklausuren, die Dir dabei helfen, die Schwerpunkte der Vorlesung besser einzuschätzen. Gibt es Themen, die Du ganz weglassen kannst? Ein wenig Mut zur Lücke musst Du leider mitbringen, wenn die Zeit drängt. Am Ende wird sonst Deine Zusammenfassung noch immer hundert Seiten füllen.
  • Lege die Muss-Inhalte fest: Dein Professor hat in der letzten Übung vor der Stunde noch einen Tipp gegeben oder in der Vorlesung ständig auf dem gleichen Thema herumgeritten? Hast Du eine Vermutung, was auf jeden Fall in der Klausur drankommt, notiere es Dir auf einem Zettel. So kannst Du am Ende überprüfen, ob das Thema auch wirklich in Deiner Zusammenfassung enthalten ist.
  • Gehe Schritt für Schritt vor: Arbeite Dich jetzt chronologisch durch Deine Unterlagen und fasse die wichtigsten Kapitel und Inhalte zusammen. Am besten machst Du Dir Stichpunkte, statt Sätze auszuformulieren, um den Umfang Deiner Zusammenfassung weiter zu reduzieren.
  • Prüfe die fertige Zusammenfassung: Hast Du alle Lerninhalte zusammengefasst, gehst Du nochmal die Muss-Liste durch. Ist alles enthalten? Überprüfe gegebenenfalls auch nochmal wichtige Jahreszahlen, nicht, dass Du Dich verschrieben hast.

Literatur zusammenfassen für wissenschaftliche Arbeiten

Wenn Du an einer Bachelor- oder Masterarbeit arbeitest, hast Du das gleiche Problem: bergeweise Bücher, Aufsätze und Artikel und nur ein paar Monate Zeit, um die Arbeit fertig zu stellen. Hier gehst Du ähnlich vor wie bei der Prüfungsvorbereitung. Hast Du Kopien, kannst Du in einem ersten Schritt wichtige Stellen oder Zitate mit einem Stift markieren. Viele nutzen auch Klebezettel mit Notizen, um Seiten zu markieren oder Verweise zu anderen Inhalten herzustellen. Darauf kannst Du auch kennzeichnen, ob Du den Inhalt der Seite für Deine Einleitung, Deinen Hauptteil oder den Schlussteil verwenden möchtest. Das hat den Vorteil, dass Du dann später beim Schreiben den Zettel entfernen kannst, sobald Du den Inhalt der Seite in Deine Arbeit übernommen hast.
Wichtig ist, dass Du die Zusammenfassung der einzelnen Quellen immer mit Literaturangaben versiehst. Du hast sonst später das Problem, dass Du nicht mehr weißt, aus was für einem Buch der Inhalt stammt. Du musst aber jede Quelle mit einer Fußnote belegen.

Abstract: So fasst Du Deine wissenschaftliche Arbeit zusammen

Viele Hochschulen verlangen auch eine Zusammenfassung von Bachelor- oder Masterarbeiten. Das nennt sich dann Abstract. Ein Abstract ist quasi eine Kurzform Deiner wissenschaftlichen Arbeit und hat im Grunde das gleiche Ziel wie der Klappentext eines Buches: Er soll Interesse beim Leser erwecken. Das tut er, indem er die Problemstellung, die Methode und die Erkenntnisse der Arbeit in aller Kürze zusammenfasst. Der Leser kann so ohne großen Zeitaufwand einschätzen, ob der Inhalt für ihn relevant ist.
Stilistisch unterscheidet sich diese Zusammenfassung aber deutlich von einem Klappentext. Sie ist in Wissenschaftssprache verfasst, etwa eine Seite lang und im Präsenz oder Perfekt formuliert. Da der Abstract hauptsächlich auf die Ergebnisse Deiner Arbeit eingehen sollte, sind Quellenangaben und Zitate darin zwar möglich, aber kein Muss. Lese mehr dazu hier.

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