Fünf Tipps für eine optimale Prüfungsvorbereitung

Das Semesterende naht. Vor dir und den lang ersehnten Semesterferien liegt eine letzte große Hürde: Die Semester-Prüfungen stehen an. Für die meisten Studenten bedeutet die Prüfungsvorbereitung lange Nächte vor dem Computer, kannenweise Kaffee, Fastfood, Einsamkeit und Stress.

Das muss aber nicht sein. Mit diesen fünf Tipps bereitest du dich optimal auf deine nächste Klausur oder Abschlussprüfung vor.

prüfungsvorbereitung

Sammle und strukturiere den Lernstoff

Du hast die eine oder andere Vorlesung ausgelassen und warst nur gelegentlich in den Tutorien? Dann ist dein erster wichtiger Meilenstein, alle Mitschriften, Skripte und Aufgaben zusammen zu sammeln, die für die Prüfung wichtig sind. Frage ein paar Kommilitonen nach fehlenden Unterlagen und kopiere sie. Lege dir dann einen vollständigen Ordner mit dem gesamten Lernstoff des ganzen Semesters an.

Viele Professoren teilen bereits zu Semesterbeginn ein hundertseitiges Skript aus, das man dann für die Prüfung auswendig lernen muss. Oft bestehen diese leider nur aus Stichpunkten, Diagrammen und Zahlen und sind zwei Monate später kaum noch interpretierbar. Auch hier gilt daher: Hast du nicht regelmäßig in der Vorlesung mitgeschrieben, hole dir die Informationen von einem Kommilitonen.

Zu fast jeder Vorlesung gehört eine Literaturliste. Es ist wichtig, dass du dir die dort aufgeführten Bücher rechtzeitig besorgst und hilfreiche Kapitel daraus kopierst. Viele Lehrbücher findest du auch gebraucht im Internet.

In den letzten zwei Wochen vor den Prüfungen sind erfahrungsgemäß alle Bücher in den Bibliotheken vergriffen.<

Plane deine Ressourcen und setze sie sinnvoll ein

Jeder setzt sich im Studium seine persönlichen Ziele und oft unterscheiden sich die eigenen Ziele sogar von Prüfung zu Prüfung. Bei der Mathematik-Klausur ist man froh, wenn man sie bestanden hat, bei der VWL-Prüfung möchte man unter den Besten sein.

Überlege dir, wie viel Zeit und Engagement du in jede deiner Prüfungen investieren musst, um dein persönliches Ziel zu erreichen. Mache deine Überlegung abhängig vom Umfang des Lernstoffes und von der Komplexität der Inhalte. Musst du viel auswendig lernen oder schreibst du eine Prüfung, in der hauptsächlich praktische Aufgaben gelöst werden müssen?

Eine gut abgrenzbare Menge an Stoff auswendig zu lernen, ist gut planbar, benötigt aber relativ viel Zeit.

Für eine Prüfung mit vielen Transfer- und Übungsaufgaben musst du den Lernstoff hauptsächlich verstanden haben, aber nicht 1 zu 1 wiedergeben können. Hier musst du realistisch einschätzen, wie deine Fähigkeiten sind. Bist du in den Übungen gut mitgekommen und hast alles verstanden oder benötigst du noch Hilfe oder weitere Übungsbücher für die Prüfungsvorbereitung?

Erstelle einen Lernplan

Diesen Fehler begeht wohl jeder einmal im Laufe seines Studiums: Man schiebt das Thema Prüfung lange vor sich her und lernt dann kurz vor Semesterende Tag und Nacht.

Das ist aus drei Gründen eine schlechte Idee:

  • Die Kapazitäts-Falle: Unser Gehirn hat nur eine begrenzte Aufnahmekapazität. Lange lernen bedeutet nicht mehr wissen.
  • Die Gedächtnis-Falle: Wenig Zeit zum Lernen bedeutet noch weniger Zeit, um das Gelernte zu wiederholen. Was jedoch nicht wiederholt wird, verbleibt in unserem Kurzzeitgedächtnis und geht nicht in unser Langzeitgedächtnis über. Fazit: Schon nach kurzer Zeit haben wir alles wieder vergessen.
  • Die Motivations-Falle: Sich im Klausur-Endspurt jeden Tag zum Lernen zu motivieren, ist schon eine Herausforderung. Noch schwieriger wird es, wenn man sich keine Pausen gönnt, seinen Hobbys nicht mehr nachgeht und sich von Freunden und Familie isoliert. Zwei Wochen und man hat seinen emotionalen Tiefpunkt erreicht, das wirkt sich aber negativ auf unsere Lernleistung aus.

Da bleibt nichts anderes übrig, als früh anfangen und den Lerntag genau zu planen. Erstelle dir am besten einen Stundenplan für deine Woche, in den du deine privaten Termine zusammen mit festen Lernzeiten einträgst. Halte dich an diesen Lernplan, wenn deine Prüfung noch in weiter Ferne liegt.

Wähle die richtige Lernmethode

Je nach Lernstoff gibt es unterschiedliche Lernmethoden und -techniken, die du bei deiner Prüfungsvorbereitung einsetzen kannst. Auch solltest du ausprobieren, ob du lieber alleine oder in der Gruppe lernst. Manche finden es gerade bei komplizierten Themen hilfreich, wenn man zwischendurch kurz eine Frage in die Runde werfen kann oder gemeinsam an scheinbar unlösbaren Übungsaufgaben tüftelt. Andere können sich bei ständigem Gemurmel und Brotzeittüten-Geknister nicht konzentrieren.

Diese drei Lernmethoden haben sich bei der Prüfungsvorbereitung schon vielfach bewährt:

    • Karteikarten

Obwohl es die guten alten Karteikarten heute auch in digitaler Form gibt, sieht man noch immer den einen oder anderen Kärtchen für Kärtchen nach hinten stapelnd in der U-Bahn sitzen. Karteikarten sind bestens geeignet für viel Lernstoff, der auch in der Zukunft noch abrufbar sein muss. Wer die digitale Variante bevorzugt, findet online einige kostenfreie Angebote.

    • Filtern, markieren, zusammenfassen

Diese Methode eignet sich besonders, wenn der Lernstoff aus viel Fließtext besteht: Fasse den Lernstoff zusammen, in dem du beim ersten Lesen wichtige Stellen oder Absätze markierst, am Rand dazu Notizen machst und zum Schluss auf einem separaten Blatt eine kurze Zusammenfassung schreibst. Dieses kurze Exzerpt dient dann als Vorlage zum Auswendiglernen.

  • Eselsbrücken und Merksätze

Eselsbrücken und Merksätze sind hilfreich, wenn man sich eine bestimmte Anzahl an Begriffen aus einer Kategorie merken muss – zum Beispiel alle Planeten unseres Sonnensystems. Man denkt sich einfach einen Satz aus, bei dem die Anfangsbuchstaben jedes Wortes aus dem ersten Buchstaben der Begriffe bestehen, die man lernen muss. Klingt kompliziert, ist aber an einem Beispiel leicht erklärt: Bei unserem Sonnensystem lautet der bekannte Merksatz: Jeden Sonntag erklärt mir mein Vater unsere neun Planeten. Kannst du mit dieser Hilfe die Planeten aufzählen?

Bleib immer cool bei Prüfungsvorbereitung

Dieser Tipp ist wohl am schwersten umzusetzen. Wer bereits zwei Mal durch eine Prüfung durchgefallen ist und nun zu seinem letzten entscheidenden Versuch antritt, braucht gute Nerven. Hier die besten Tipps bei Prüfungsangst:

    • Bereite dich optimal vor

(siehe Tipps 1. bis 4.)

    • Glaub an dich:

Selbstzweifel sind oft unsere stärksten Gegenspieler. Unser Gehirn ist darauf trainiert, uns mit negativen Gedanken vor drohenden Gefahren und Enttäuschungen zu schützen. Der „Schwarzmalerei“ können wir etwas entgegensetzen: Denke nicht daran, dass du beim letzten Mal durchgefallen bist, sondern daran, dass du diesmal super vorbereitet bist.

    • Halte dich fit:

Jeder kennt die alte Weisheit vom gesunden Geist in einem gesunden Körper. Es ist tatsächlich wissenschaftlich erwiesen: Wer sich regelmäßig bewegt, baut Stress ab. Achte also trotz allem Lernstress darauf, dass du deinen Körper regelmäßig in Schwung bringst. Besonders am Tag der Prüfung solltest du keine Unterlagen mehr wälzen, sondern lieber eine Runde durch den Stadtpark drehen.

    • Lerne Entspannungstechniken:

Wer sich regelmäßig mit Prüfungsängsten plagt oder bereits Tage vor der Klausur schlaflose Nächte hat, sollte eine Entspannungstechnik erlernen. Viele schwören auf Autogenes Training gegen Nervosität und Schlaflosigkeit.

Aktiv entspannen kann man aber auch mit Meditation, Gedankenreisen, Progressiver Muskelentspannung oder fernöstlichen Methoden wie Qigong oder Thai-Chi. Die Voraussetzung, dass es im entscheidenden Moment wirkt, ist allerdings regelmäßiges Üben. Wer eine Entspannungstechnik ausprobieren möchte, findet im Internet viele kostenfreie Downloads, Apps und Videos – zum Beispiel bei der Techniker Krankenkasse.

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